Dienstag, 15. November 2005

Zu "We are the web" von Kevin Kelly

Ich muss gestehen, dass ich erst nachdem ich Kevin Kellys Artikel zur Geschichte des Webs gelesen hatte, überhaupt über die Entwicklung des Internets nachgedacht habe.
Bisher hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wie die Geschichte des Webs begonnen hat, welche Entwicklungen vonstatten gehen mussten, damit das Internet auf den heutigen technischen Stand gelangen konnte. Ich muss all diese bahnbrechenden Entwicklungen wohl als selbstverständlichen Fortschritt gesehen haben. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich zum ersten mal in Kontakt mit dem Worl Wide Web kam, ich kann mich aber noch erinnern, wie Schritt für Schritt immer neue Möglichkeiten hinzukamen. E-Mails, Napster, Suchmaschinen, Online-Shopping, EBay... selbstverständlich habe ich das ausprobiert und genutzt - die Frage, woher diese Angebote kamen, habe ich mir nie gestellt.
Aus Kevin Kellys Artikel ist mir im Gedächtnis geblieben, welche enorme "Eigendynamik" das Internet entwickelt hat. Die Nutzer setzten Entwicklungen in Gange, von denen die Erschaffer des Webs nie etwas geahnt hatten. Ich selbst hätte mir auch nicht denken können, welche gewaltige Rolle das Internet einmal spielen wird und mir war zu keiner Zeit bewusst, dass wir Nutzer besonders in den Anfangszeiten des Internets einiges zu seiner Weiterentwicklung beigetragen haben.

Ich@google.de

Hast du mal deinen eigenen Namen gegoogelt?
Es ist interessant, was dabei herauskommt. Sich selbst zu googeln kann wie ein Blick in ein altes Tagebuch oder Fotoalbum ausfallen und vergessene Erinnerungen wieder hervorholen, es kann jedoch auch wie ein Griff in die Lostrommel werden, bei dem du nicht weißt, was du kriegst. Wenn du Pech hast, bekommst du einen Haufen uninteressanter Beiträge, die nichts mit dir zu tun haben, im schlimmsten Fall findest du Verleumdungen oder üble Scherze auf deine Kosten, aber wenn du Glück hast, wirst du positiv überrascht.

Ich persönlich kann mich freuen, ich bin auf durchweg Positives gestoßen. Vom Zeitungsartikel, den ich im Grundschulalter über einen Klassenausflug verfasst habe, bis hin zu Auszeichnungen, die ich erhalten habe, war viel Interessantes dabei.

Imagining the Internet

Es ist erstaunlich, welche genauen Vorstellungen die Mehrzahl der Menschen von unserer medialen Zukunft hat. Auf die Frage, wie sich das Internet beispielsweise in den kommenden 10 bis 20 Jahren entwickeln wird, haben die meisten eine ausführliche Antwort parat. Das wurde auch in der Studie "Imagining the Internet" deutlich, in welcher die Befragten ihre Zukunftsvorstellungen über unterschiedlichste das Internet betreffende Themenfelder beschreiben sollten. Als ich Auszüge dieser Studie las, musste ich mich wundern, wie viele meiner eigenen Ideen von der Zukunft des Internets ich dort wiederfinden konnte. Zum Beispiel gibt es eine Frage zum Thema "Familie und Arbeit". 56% der Befragten sind sich einig, dass die Möglichkeiten der "Telework" und des "Home-schooling" die Grenzen zwischen Arbeit und Familienleben verwischen werden und somit auch die Verhältnisse in den Familien ändern werden. Diesem Gedanken stimme ich absolut zu. Auch mir ist schon der Schreckensgedanke gekommen, dass diese technischen Errungenschaften den Menschen in eine Situation der permanenten Abrufbereitschaft und Verpflichtung versetzen werden. Wenn man sich in 20 Jahren krank melden möchte, wird einen die Krankheit (ob nun echt oder vorgegeben) nicht mehr davon befreien, für die Arbeit verfügbar zu sein bzw. Schulkindern nicht die Pflicht nehmen, den Unterricht verfolgen zu müssen. Man wird kurzum also auch in seinem Privatleben immer mit einem Bein im Büro bzw. in der Schule stehen und niemals wirklich "abschalten" können.
Außerdem gab es in der Studie auch eine Frage zum Thema Kommunikation allgemein. Die Mehrzahl der Befragten ist der Ansicht, dass die sozialen Kontakte der Menschen und die Vernetzung untereinander zunehmen, zugleich jedoch die Intensität dieser Kontakte abnehmen wird. Auch diesem Gedanken kann ich zustimmen. So sehr das Internet es uns ermöglicht, Kontakt zu aller Welt aufzunehmen und uns untereinander international zu vernetzen, so ist es doch nicht vergleichbar mit persönlichem Kontakt und wird ein Gespräch unter vier Augen von Mensch zu Mensch nie ersetzen können.
Sehr interessant finde ich auch eine Frage der Studie, die sich der Entwicklung von Kunst und Kultur widmet. Diesen Aspekt des Internets habe ich persönlich zuvor noch nicht bedacht. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob das Internet tatsächlich als Forum für Künstler und den Austausch von künsterlichen Werken dienen kann. Selbstverständlich lassen sich schriftliche Werke oder auch Bilder und Grafiken in sekundenschnelle verbreiten, jedoch kann ich mir nicht gut vorstellen, wie das Internet auch Ort der Entstehung von Kunst sein soll. Ich denke, dass bei den meisten Formen kreativer Arbeit, wenn auch nicht bei allen, doch ein persönlicher Austausch und direkte Zusammenarbeit von Vorteil ist. Zumindest stelle ich mir einen solchen Online-Austausch weit weniger aufregend vor, als eine kreative "Session" in einem Künstleratelier

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